Der Praxis-Guide: Kartenzahlung in der Ergo- und Logopädiepraxis in der Schweiz

In Ergo- und Logopädiepraxen bezahlen oft die Eltern statt die Patient:innen selbst. Der Selbstbehalt von 10% und Privatleistungen werden direkt kassiert. Terminal, Tap to Pay auf Android oder Payment Link per WhatsApp an die Eltern sind die drei praxistauglichen Lösungen.

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In Ergo- und Logopädiepraxen bezahlen oft die Eltern statt die Patient:innen selbst – ein Umstand der den Zahlungsworkflow grundlegend beeinflusst. Der Selbstbehalt von 10% und die Franchise werden typischerweise direkt kassiert, Privatleistungen komplett. Terminal, Tap to Pay auf Android oder Payment Link per WhatsApp an die Eltern sind die drei praxistauglichen Lösungen für Schweizer Einzelpraxen.

Dieser Guide erklärt, welche Beträge in Ergo- und Logopädiepraxen direkt kassiert werden, was der Eltern-als-Zahler-Kontext für die Zahlungslösung bedeutet und welches Setup für kleine Therapiepraxen am sinnvollsten ist.

1. Wer zahlt was in der Ergo- und Logopädiepraxis?

Ergotherapie und Logopädie sind bei ärztlicher Verordnung KVG-pflichtig und werden über die obligatorische Grundversicherung abgerechnet. Das bedeutet: Die Krankenversicherung übernimmt den Hauptteil der Kosten – aber nicht alles. Patient:innen tragen die jährliche Franchise (mindestens CHF 300 für Erwachsene, für Kinder ab 2026 wurde die Franchise abgeschafft) und den Selbstbehalt von 10% nach Abzug der Franchise.

Bei Kindern ist die Situation besonders: Seit 2006 sind Kinder bis 18 Jahre von der Franchise befreit. Für Kinder unter 18 Jahren fällt also nur der 10%-Selbstbehalt an – was bei einer Ergotherapiesitzung von CHF 80 Kassentarif rund CHF 8 pro Sitzung ergibt. Für Erwachsene (z.B. in der Erwachsenen-Ergotherapie nach Schlaganfall) gilt die Franchise.

Der entscheidende Punkt für die Zahlungslösung: In pädiatrischen Praxen sind fast immer die Eltern die Zahlungspersonen. Das Kind ist Patient:in, der Vater oder die Mutter bezahlt. Das bedeutet: Terminal vor dem Kind ist unpraktisch, Payment Link per WhatsApp an die Eltern ist eleganter und funktioniert auch wenn die Eltern bei der Sitzung gar nicht anwesend sind.

Patientengruppe

Franchise

Selbstbehalt

Direktzahlung typisch

Kinder unter 18

CHF 0 (befreit)

10% nach Verordnung

CHF 5–15 pro Sitzung

Erwachsene mit KVG

Min. CHF 300/Jahr

10% nach Franchise

CHF 8–20 pro Sitzung

Privatpatienten ohne KVG-Deckung

100%

CHF 80–130 pro Sitzung

Gruppentherapie Kinder

CHF 0

10% (reduziert)

CHF 3–8 pro Sitzung

2. Der Eltern-als-Zahler-Kontext: Was das für die Zahlungslösung bedeutet

Wenn Eltern das Kind zur Ergotherapie oder Logopädie bringen, sind drei Szenarien typisch: Elternteil wartet im Wartezimmer und bezahlt beim Abholen, Elternteil bringt Kind und geht wieder, bezahlt also nicht vor Ort, oder das Kind kommt allein (ältere Schulkinder) und die Eltern sind gar nicht in der Praxis.

Im zweiten und dritten Szenario ist ein Terminal nutzlos. Der Payment Link per WhatsApp oder E-Mail nach der Sitzung ist die einzige praktische Lösung: Die Therapeutin schickt nach der Sitzung einen Link an das Elternteil, dieses bezahlt bequem abends vom Sofa. Das funktioniert auch wenn der Betrag erst nach der Sitzung feststeht – etwa wenn die Sitzung kürzer war oder Zusatzleistungen hinzukamen.

Für Praxen mit Empfang und Eltern die regelmässig warten: Terminal oder Tap to Pay auf Android. Für Praxen ohne Empfang oder mit mobiler Therapeutin: ausschliesslich Payment Link und Tap to Pay Android für Hausbesuche.

3. Terminal, Tap to Pay oder Payment Link: Was passt zur Ergo-/Logopädiepraxis?

POS-Terminal an der Rezeption

Kartenterminals sind sinnvoll für Praxen mit Empfangsbereich und Eltern die warten oder abholen. Das Nexgo N6 oder N86 ist aktuell kostenlos im Mietmodell (regulär CHF 25/Monat, erfordert Standard- oder Premium-Plan). Akzeptiert Karten, TWINT, Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay.

Tap to Pay auf Android

Verwandelt ein NFC-fähiges Android-Smartphone (Android 8.1+) in ein Terminal ohne Hardware. Ideal für Praxen ohne Empfang – die Therapeutin kassiert direkt im Behandlungszimmer oder beim Hausbesuch. In allen Plänen inkl. Free verfügbar. iPhone nicht unterstützt. Gebühren: Debit 0.95%+CHF 0.15 / Kredit 1.25%+CHF 0.15 / TWINT 1.25%+CHF 0.00 (Stand: Mai 2026).

Payment Link per WhatsApp an die Eltern

Der Paylink wird im Payrexx-Dashboard erstellt und nach der Sitzung per SMS oder WhatsApp an das Elternteil gesendet. Betrag kann nach der Sitzung individuell festgelegt werden. Alle Zahlungsmethoden verfügbar. In allen Plänen inkl. Free. Online-Gebühren Standard: TWINT 1.25%+CHF 0.18, Visa/MC 1.65%+CHF 0.18 (Stand: Mai 2026).

Lösung

Eltern wartend

Eltern abwesend

Hausbesuch

Plan nötig

POS-Terminal

✓ ideal

✗ nicht möglich

✗ unpraktisch

Standard/Premium

Tap to Pay Android

✓ (später)

✓ ideal

Alle inkl. Free

Payment Link WhatsApp

✓ ideal

Alle inkl. Free

4. Gruppentherapie: Einheitliche Abrechnung für mehrere Kinder

Ergo- und Logopädiepraxen bieten häufig Gruppentherapien an – etwa Sprachfördergruppen oder sensomotorische Gruppen für 3–5 Kinder gleichzeitig. Die Abrechnung pro Kind ist dieselbe wie in der Einzeltherapie, aber die Eltern unterschiedlicher Kinder müssen separat verständigt und abgerechnet werden.

Praktische Lösung: Eine Payrexx Page mit dem festen Gruppentherapiebeitrag pro Kind erstellen. Alle Eltern erhalten dieselbe URL in der Terminbestätigung oder per WhatsApp. Jedes Elternteil bezahlt individuell. Im Dashboard sieht die Therapeutin wer bezahlt hat und kann bei Ausständigen nachfassen. Das ist effizienter als 5 individuelle Payment Links zu erstellen.

5. Buchhaltung: KVG-Abrechnung und Direktzahlungen trennen

Die Kassenabrechnung (Tarmed) läuft über die Praxissoftware (z.B. TrustMed, AbbaDent, Clinicall) und ist von der Direktzahlung getrennt. Payrexx erfasst nur die Direktzahlungen der Eltern. Für die Buchhaltung empfiehlt sich ein Buchungstext-Standard: z.B. 'Ergotherapie Eigenanteil [Monat]' oder 'Logopädie Privatanteil [Kürzel]'. Alle Transaktionen können als CSV exportiert werden.

Ergotherapie und Logopädie sind MWST-befreit wenn die Leistung therapeutisch und auf ärztliche Verordnung erbracht wird (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 3 MWSTG). Privatleistungen ohne KVG-Deckung können je nach Situation MWST-pflichtig sein – mit der Treuhänderin klären.

6. Kosten im Überblick

Setup

Fixkosten/Monat

Gebühr CHF 10 TWINT

Gebühr CHF 80 TWINT

Empfehlung

Free + Payment Link

CHF 0

CHF 0.43 (1.30%+0.30)

CHF 1.34 (1.30%+0.30)

Einstieg, wenige Transaktionen

Free + Tap to Pay

CHF 0

CHF 0.28 (1.25%+0.00)

CHF 1.25 (1.25%+0.00)

Vor-Ort-Zahlungen günstig

Standard + Terminal

CHF 19+CHF 0*

CHF 0.25 (1.25%+0.00)

CHF 1.25 (1.25%+0.00)

Praxis mit Empfang

* Nexgo N6/N86 aktuell kostenlos, regulär CHF 25/Monat. Stand: Mai 2026. Bei kleinen Beträgen (CHF 8–15 Eigenanteil) macht Tap to Pay via Free-Plan mehr Sinn als Payment Link, da die Fixgebühr von CHF 0.18 bei kleinen Beträgen prozentual stark ins Gewicht fällt.

7. Checkliste: Kartenzahlung in der Ergo- und Logopädiepraxis einrichten

•        Kläre welche Beträge Du direkt kassierst: Selbstbehalt 10%, Franchise-Anteil, Privatleistungen

•        Entscheide welches Szenario vorherrscht: Eltern anwesend (Terminal/Tap to Pay) oder abwesend (Payment Link)

•        Für Hausbesuche und Schultherapie: Payrexx Tap to Pay App auf Android-Gerät installieren

•        Für abwesende Eltern: Payment Link-Vorlage im Dashboard vorbereiten

•        TWINT aktivieren – Standard in der Schweiz, auch für kleine Beträge geeignet

•        Für Gruppentherapie: Payrexx Page mit festem Gruppenpreis pro Kind erstellen

•        Buchungstext-Konvention festlegen: Eigenanteil vs. Privatleistung

•        MWST-Pflicht für Privatleistungen mit Treuhänderin klären

Payrexx bietet Ergo- und Logopädiepraxen Tap to Pay, Payment Links und Payrexx Pages aus einem einzigen Konto – mit TWINT, Debitkarte und Kreditkarte. Der Free-Plan ohne Monatsgebühr ist für kleine Praxen mit hauptsächlich Tap-to-Pay- und Payment-Link-Nutzung ein vollständiges Setup.

INHALTSVERZEICHNIS
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Bargeldlos kassieren in der Therapiepraxis
Zahlungslösung für Deine Ergo- oder Logopädiepraxis?

Tap to Pay auf Android, Payment Links und Payrexx Pages aus einem Konto – TWINT, Debitkarte und Kreditkarte. Der Free-Plan ohne Monatsgebühr ist für kleine Praxen ein vollständiges Setup.

Payrexx berät Dich zur passenden Lösung für Ergo- und Logopädiepraxen – Terminal, Tap to Pay oder Payment Link an die Eltern.

Häufige Fragen zur Kartenzahlung in Ergo- und Logopädiepraxen

Müssen Kinder in der Ergotherapie Franchise zahlen?

Nein. Kinder unter 18 Jahren sind von der Franchise befreit. Es fällt nur der 10 %-Selbstbehalt an – typischerweise CHF 5–15 pro Sitzung je nach Kassentarif.

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Kann ich den Payment Link direkt an die Eltern senden wenn das Kind allein kommt?

Ja. Der Payment Link wird per WhatsApp oder SMS nach der Sitzung an das hinterlegte Elternteil gesendet. Die Eltern müssen nicht anwesend sein.

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Funktioniert Tap to Pay auf dem iPhone?

Nein. Payrexx Tap to Pay unterstützt ausschliesslich Android-Geräte (Android 8.1+, NFC). iPhone wird nicht unterstützt.

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Welche Gebühr fällt bei einem Eigenanteil von CHF 10 an?

Via Tap to Pay: TWINT 1.25 %+CHF 0.00 = CHF 0.13. Via Payment Link Standard: TWINT 1.25 %+CHF 0.18 = CHF 0.31. Stand: Mai 2026.

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Wie rechne ich Gruppentherapie ab?

Payrexx Page mit festem Gruppenpreis pro Kind erstellen. Alle Eltern erhalten dieselbe URL und zahlen individuell. Im Dashboard ist der Zahlungsstatus sichtbar.

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Muss ich die Zahlungslösung mit der Praxissoftware verbinden?

Nein. KVG-Abrechnung läuft weiter über die Praxissoftware. Payrexx erfasst nur Direktzahlungen der Eltern, getrennt davon. CSV-Export für die Buchhaltung jederzeit möglich.

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